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Müdigkeit durch Metformin

Müdigkeit und Erschöpfung sind Symptome, die viele Menschen kennen. Schlapp und unausgeglichen schleppt man sich durch den Tag und möchte sich am liebsten nur noch auf die Couch legen. 

Woher die Müdigkeit kommt, ist nicht immer leicht herauszufinden. Manchmal ist der eigene Lebensstil die Ursache, wenn zu viel Stress oder die falsche Ernährung im Spiel sind. Manchmal können auch psychische oder innere Erkrankungen die Ursache von Erschöpfung sein. 

Dauermedikament kann müde machen

Die wenigsten Betroffenen denken jedoch bei der Ursachenforschung an ihre Dauermedikamente. Das Kuriose: Einige der am häufigsten verordneten Medikamente können zu Müdigkeit führen. Eines davon ist das Blutzuckermittel Metformin. 

Metformin ist das am häufigsten verwendete Medikament und das Mittel der Wahl bei der Behandlung von Diabetes Typ 2. Metformin hilft, den Blutzucker zu senken und weist dabei relativ geringe Nebenwirkungen auf (lediglich Verdauungsprobleme treten häufiger auf). Allerdings führt Metformin bei vielen Patienten längerfristig zu einem Vitamin B12 Mangel. Die genaue Ursache für dieses Phänomen ist zwar noch nicht geklärt, Studien zeigen aber, dass bis zu 50 Prozent der Metforminpatienten zu wenig Vitamin B12 im Blut aufweisen. Vor allem ältere Patienten, die bereits längere Zeit Metformin einnehmen, sind betroffen. 

Welche Symptome bei Vitamin B12 Mangel?

Vitamin B12 ist an vielen Prozessen im Körper beteiligt. Unter anderem an der Blutbildung aber auch bei der Versorgung der Nervenbahnen. Fehlt das Vitamin, kann zunächst Müdigkeit als Symptom auftreten. Im weiteren Verlauf kann der Mangel an Vitamin B12 zudem die Nerven schädigen. Dann kann es zum Beispiel zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen an den Fingern und Zehen kommen. Metforminpatienten sollten deshalb gut auf ihren Körper achten und diese Symptome ernst nehmen. Wenn Müdigkeit oder Nervenkribbeln auftreten, sollten sie zeitnah einen Test auf Vitamin B12 beim Arzt durchführen lassen. 

So füllen Sie Ihre B12 Speicher wieder auf

Ist ein Mangel an Vitamin B12 nachgewiesen, erfolgt die Behebung durch Nahrungsergänzungsmittel. Am schnellsten erholt sich der B12-Spiegel, wenn das Vitamin intramuskulär gespritzt wird. Auch eine sublinguale Anwendung (also mit Schmelztabletten, die über die Mundschleimhaut aufgenommen werden) von Vitamin B12 ist möglich. Bei Tabletten oder Kapseln muss das Vitamin B12 hochdosiert sein, um ausreichende Wirkung zu zeigen. Nach einigen Wochen sollte der B12-Spiegel wieder aufgefüllt sein und die Müdigkeit verschwindet.

Weitere Informationen zum Thema gibt es in folgender Übersichtsstudie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8311483/

Von Maximilian Wilke

Hier schreibt Maximilian Wilke, Gründer von whatsin und Apotheker. Und zwar über Gesundheitsthemen, Allergien, Unverträglichkeiten, den Apothekenalltag, über große und kleine Aufreger, Schönes und nicht so Schönes und vieles weiteres mehr...

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