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Das Coronavirus – Panikmache oder echte Gefahr?

Seit Anfang Dezember 2019 grassiert das sogenannte Coronavirus, das erstmals in der chinesischen Millionenstadt Wuhan aufgetreten ist. Seit Ende Januar 2020 gibt es erste Fälle in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb eine „Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite“ ausgerufen. Doch was bedeutet das jetzt genau und wie gefährlich ist die Lage wirklich? 

Update 18.3.2020

Die Lage in Deutschland spitzt sich zu. Das öffentliche Leben wurde massiv eingeschränkt. Schulen, Kitas, Bars, Kneipen und zahlreiche Geschäfte bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Viele Menschen sind verunsichert, das kann ich sehr gut verstehen.

Den Grund für diese Maßnahmen will ich hier aber noch einmal deutlich benennen: Es geht darum, die Infektionskette zu durchbrechen und die Zahl der schweren Fälle über einen möglichst langen Zeitraum zu verteilen. Sonst könnten Intensivstationen schnell an die Grenze ihrer Kapazität kommen und den schweren Fällen nicht mehr ausreichend helfen.

Ich werde diesen Blogartikel nur noch sporadisch aktualisieren. Stattdessen möchte ich alle Leser gerne auf die täglichen Einträge aus meinem Corona-Tagebuch aufmerksam machen, die ebenfalls hier auf dem Blog laufen.

Ich wünsche und uns allen viel Kraft und Mut, diese außergewöhnliche Situation durchzustehen. Gemeinsam werden wir die Krise meistern!

Update 8.3.2020: Steigende Fälle, aber kein Grund zur Panik

In Deutschland sind mittlerweile mehrere hundert Fälle von Covid-2019 bekannt geworden. Großveranstaltungen wie die Leipziger Buchmesse oder die Tourismusmesse ITB wurden von den Veranstaltern abgesagt. In Supermärkten sind Klopapier, Mehl und Desinfektionsmittel vielerorts ausverkauft.

Und während in der Berichterstattung das Corona-Virus seit Wochen Nummer eins ist, wird dabei über einen wichtigen Aspekt kaum gesprochen: Die reale Gefahr für die Bevölkerung ist weiterhin sehr gering. Der Großteil der Fälle verläuft sehr milde oder sogar symptomlos. Ein Großteil der Patienten ist bereits wieder genesen. Händewaschen und Hygieneregeln einzuhalten bleibt das A und O. Und es besteht weiter kein Grund zur Panik!

Update 26.2.2020: Situation in Italien, Fälle in NRW und BaWü

Das Coronavirus ist nun endgültig in Europa angekommen. Derzeit herrscht vor allem in Italien in mehreren Regionen der Ausnahmezustand. Die Zahl der bekannten Infektionsfälle ist auf mehr als 300 gestiegen, bislang wurden 11 Todesfälle gemeldet. Auch in Deutschland gibt es weitere Fälle. In dieser Woche wurde bekannt, dass je ein Mann in Baden-Württemberg und in NRW infiziert sind. Der Patient in NRW ist Berichten zufolge in einem kritischen Zustand.

Gleich vorneweg ein wichtiger Hinweis: Die Zahl der Fälle sind im Vergleich zur jährlich auftretenden Grippe (Influenza) wirklich extrem gering. Es besteht kein Grund zur Panik oder zur Sorge. Lediglich alte und schwerkranke Patienten sollten sich gut schützen, da sie besonders anfällig sind.

Keep calm and read this article!!

Was sind Coronaviren?

Bei dem neuen Virus Covid-2019 (oder auch 2019-nCoV) handelt es sich um einen Erreger aus der Familie der Coronaviren. Diese Virenfamilie stand bereits vor einigen Jahren im Fokus der Öffentlichkeit. Manche erinnern sich vielleicht noch an SARS (severe acute respiratory syndrome) und an MERS-CoVirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus), die ebenfalls aus der Familie der Coronaviren stammen.

Coronaviren sind aber rein medizinisch betrachtet keine Neuigkeit. Sie wurden schon vor langer Zeit entdeckt, bereits Mitte der 1960er Jahre wurden die ersten Fälle beschrieben. Sie können sowohl Menschen als auch Tiere infizieren. Coronaviren können bei Menschen verschiedene Krankheiten auslösen, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie eben SARS oder MERS. 

Auf einem Markt im chinesischen Wuhan sollen sich die ersten Menschen mit 2019-nCoV angesteckt haben.

Welche Symptome treten beim Coronavirus auf?

Coronaviren verursachen meist gewöhnliche Erkältungssymptome. Dabei treten vor allem Husten und Schnupfen auf. Manche Coronaviren können aber auch schwere Atemwegsinfektionen verursachen, und beispielsweise zu Lungenentzündungen führen.

Das neue Coronavirus Covid-2019 scheint bei einem Teil der Patienten einen solchen schwereren Verlauf auszulösen. 

Wie lange dauert es, bis die Erkrankung ausbricht?

Derzeit gehen Experten davon aus, dass die Inkubationszeit von Covid-2019 bis zu 14 Tagen beträgt. Die Inkubationszeit ist die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome

Wie gefährlich ist das neuartige Coronavirus?

Menschen aller Altersgruppen können sich mit dem Virus infizieren. Eine Infektion mit Coronaviren kann jedoch vor allem für alte oder geschwächte Menschen (zum Beispiel mit Immunschwäche) gefährlich werden. Das gilt im übrigen auch für eine Infektion mit Grippeviren (Influenza). Todesfälle durch das Coronavirus traten bisher jedoch vor allem bei Patienten auf, die vorher schon an schweren Grunderkrankungen litten.

Ältere und schwache Menschen sind besonders betroffen.

Wie kann man sich anstecken?

Bei Coronaviren, wie dem neuartigen Covid-2019, erfolgt die Übertragung über Tröpfcheninfektion. Deshalb sind Mundschutz und gute Händehygiene ein wichtiger Teil der Prävention. Eine Übertragung über Oberflächen ist hingegen bislang nicht beobachtet worden. Eine Infektion mit Coronavirus über Oberflächen, wie z.B. über Waren, Postsendungen oder Gepäck, ist deshalb unwahrscheinlich. 

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr?

Eine genaue Aussage über die Ansteckungsgefahr ist zwar noch nicht möglich, da die Datenlage noch unzureichend ist. Fachleute schätzen jedoch, dass Covid-2019 nicht so ansteckend ist, wie beispielsweise Influenza (Grippe) oder auch Masern.

Welche Medikamente helfen gegen das Coronavirus? 

Im Moment gibt noch keine Therapie gegen das Coronavirus. Es werden lediglich die Symptome behandelt wie zum Beispiel Fieber, Atemwegssymptome oder Flüssigkeitsverlust. Für andere Coronaviren, wie beispielsweise MERS, werden bereits Substanzen im Rahmen von Studien erprobt. Zugelassen ist jedoch bislang kein einziges Medikament.

Wer nach China reist, kann sich jedoch gegen Grippe impfen lassen. Das schützt zwar nicht vor dem Coronavirus, verhindert aber, dass eine Grippeerkrankung fälschlicherweise als Corona-Erkrankung missinterpretiert wird. 

Forscher arbeiten an der Entwicklung spezifischer Medikamente gegen Coronaviren.

Sind Antibiotika gegen den neuen Coronavirus wirksam?

Nein, Antibiotika sind nur wirksam bei bakteriellen Infektionen. Bei Viruserkrankungen, wie beim Coronavirus, sind Antibiotika hingegen komplett wirkungslos. 

Schützen Impfstoffe gegen Lungenentzündung vor dem Coronavirus?

Impfstoffe gegen Lungenentzündung, wie zum Beispiel Pneumokokken-Impfstoff und Haemophilus Influenza Typ B (Hib) Impfstoff, bieten keinen Schutz vor dem neuen Coronavirus.
Das Virus ist so neu und anders, dass die herkömmlichen Impfstoffe dagegen wirkungslos sind.

Gibt es Hausmittel, die gegen Covid-2019 helfen?

Es gibt vereinzelte Gerüchte, dass Sesamöl, Knoblauch oder Meerwassernasenspray gegen das neuartige Coronavirus helfen sollen. Leider ist das alles medizinsch nicht belegbar und gehört in die Kategorie Märchen. Auf solche Berichte sollte man lieber nicht vertrauen. 

Wie kann man sich sonst schützen?

Beim Schutz gegen das Coronavirus gelten die gleichen Maßnahmen, die auch zur Vermeidung von Grippe oder anderen Virusinfektionen helfen: Handhygiene, Husten und Niesen in die Ellenbeuge sowie Abstand zu Erkrankten. Diese Maßnahmen sind zur Zeit ohnehin empfehlenswert, da aktuell in Deutschland die Grippewelle begonnen hat.  

Händehygiene hilft vor einer Infektion

Welche Desinfektionsmittel sollte man benutzen?

Zur Desinfektion von Flächen und Händen sind Mittel geeignet, die mit „begrenzt viruzid“, „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ gekennzeichnet sind. 

Wo gibt es Atemschutzmasken?

Für einen sicheren Schutz gegen eine Ansteckung sind spezielle Masken mit FFP2-Standard nötig. Diese Masken sind unter anderem in Apotheken erhältlich. Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Masken jedoch vielerorts ausverkauft.

Wie verhält man sich bei Verdacht auf eine Infektion?

Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben (z.B. in Wuhan, China) oder Personen, die Kontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Person hatten und innerhalb von 14 Tagen Symptome wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln, sollten einen Arzt aufsuchen. 

Was sind die Reiseempfehlungen für Reisen nach China?

Das Auswärtige Amt hat eine sogenannte Teilreisewarnung ausgesprochen und warnt vor Reisen in die Provinz Hubei. Es wird empfohlen, unnötige Reisen nach China zu verschieben. 

Wer trotzdem in China ist, oder dorthin reisen will, sollte folgende Verhaltensregeln beachten, um eine Ansteckung zu vermeiden: regelmäßiges Händewaschen, Marktbesuche vermeiden, Tierkontakt vermeiden, Kontakt mit Personen vermeiden, die an Atemwegserkrankungen leiden. 

Wie viele Fälle sind bereits aufgetreten?

Die meisten Fälle sind bislang in China aufgetreten, wo die Erkrankung ihren Ursprung nahm. Aber auch Italien, Iran und Spanien sind stark betroffen. Mittlerweile gibt es in weltweit rund 200.000 Fälle, etwa 8.000 Menschen sind an der Erkrankung gestorben. In Deutschland gibt es bislang ca. 10.000 Infektionen (Stand 18.3.20). Einen Überblick über die aktuellen Fallzahlen gibt es hier: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

und hier: https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

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Von Maximilian Wilke

Hier schreibt Maximilian Wilke, Gründer von whatsin und Apotheker. Und zwar über Gesundheitsthemen, Allergien, Unverträglichkeiten, den Apothekenalltag, über große und kleine Aufreger, Schönes und nicht so Schönes und vieles weiteres mehr...

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