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Corona-Logbuch eines Apothekers: 24.3.2020

Das war ne knackige Schicht heute. Von 9 bis 20 Uhr, danach qualmen einem ganz schön die Füße. Wie gut, dass wir heute von der Chefin mit einer Extra-Ladung Vitaminen versorgt wurden.

Frisches Obst macht glücklich

Zeit zum Nacharbeiten und Auffüllen

Das Team war die letzten Tage ganz schön am Limit, das hat man gemerkt. Enormes Kundenaufkommen, das zeitweilige Großhandels-Chaos und die Ungewissheit, wie sich die Lage entwickeln wird, haben ganz schön an unseren Nerven gezehrt. Deshalb sind wir alle ein wenig froh, dass sich das Kundenaufkommen in dieser Woche etwas entspannt. Wir nutzen die Zeit, um liegengebliebene Vorgänge nachzuarbeiten oder Ware nachzubestellen und aufzufüllen.

Paracetamol rationiert, Thermometer-Hamster

A propos Nachbestellen. Hier gibt es gerade eine weitere böse Überraschung: Paracetamol ist im Moment schwer zu bekommen. Wir können nur noch kleine Mengen bestellen. Gut, dass wir hier immer einigermaßen volle Lager haben. Das Thema hat sich sogar bis zum Gesundheitsminister herumgesprochen. Der bittet Apotheken nun, Paracetamol nur noch in kleinen Mengen abzugeben, nur im akuten Behandlungsfall und nur, wenn es keine geeigneten therapeutischen Alternativen gibt. Ich hoffe, dass die meisten Apotheken das auch genauso machen. Wir werden uns auf jeden Fall daran halten.

Die Hamster haben außerdem bei Fieberthermometern zugeschlagen: Seit einigen Tagen schon sind Stirn- und Ohrthermometer vergriffen. Jetzt sind auch nahezu alle einfachen Thermometer verkauft und unsere Händler kommen kaum mit der Lieferung hinterher. Wir haben zwar nachbestellt, aber im Moment sind die meisten Lieferketten aus dem Rhythmus – so auch die für Fieberthermometer. Verrückte Zeiten gerade!

Fieberthermometer sind gerade Mangelware

Und immer wieder: helfen!

Kurz vor Feierabend kam dann noch ein Anruf von einer Ärztin auf Hausbesuch. Ob wir einem ihrer Patienten dringend etwas vorbeibringen könnten. Wir haben kurzerhand unseren Boten aus dem Feierabend geholt und nach weniger als 30 Minuten waren die Medikamente ausgeliefert. Ist doch selbstverständlich, dass wir helfen, wo wir können. So sind wir Apotheker eben.

Von Maximilian Wilke

Hier schreibt Maximilian Wilke, Gründer von whatsin und Apotheker. Und zwar über Gesundheitsthemen, Allergien, Unverträglichkeiten, den Apothekenalltag, über große und kleine Aufreger, Schönes und nicht so Schönes und vieles weiteres mehr...

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