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Corona-Tagebuch eines Apothekers: 21.3.2020

Für die nächste Zeit werde ich hier Eindrücke von meiner Arbeit als Apotheker wiedergeben. Diese Zeit wird eine ganz Besondere werden, denn die Apotheken sind wichtige Posten im Kampf gegen das Corona-Virus. Und davon will ich an dieser Stelle aus nächster Nähe berichten…

Heute hatte ich Rufbereitschaft. Auch wenn es das bei uns üblicherweise gar nicht gibt, haben zahlreiche Kollegen aus dem Team angeboten, spontan helfen zu kommen oder sogar ihre Urlaube zu verschieben. Also auch ich. Das Telefon blieb aber stumm. Wie mir die Kollegen später mitteilten, hatte sich der Ansturm auf die Apotheke etwas gelegt. Wir hatten also einen ganz „normalen“ Samstag. Mal sehen, wie die nächsten Tage werden.

Bundesinstitut schränkt Lieferungen ein

Am Freitag Abend kam dann eine außergewöhnliche Anordnung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), der obersten deutschen Arzneimittelbehörde: Großhändler und Hersteller sollen ab sofort „Arzneimittel nicht mehr über den normalen Bedarf hinaus“ an Apotheken und Versandapotheken liefern. Hintergrund ist, dass aktuell eine „übermäßige Bevorratung bei einzelnen Marktteilnehmern“ mit Medikamenten stattfinde. Dass BfArM will also eine Ungleichverteilung verhindern. Es soll gewährleistet werden, dass jede Apotheke jederzeit alle lebensnotwendigen Arzneimittel bestellen kann. Ein guter Schritt. So können alle Patienten gut versorgt werden und nicht nur solche von großen (Versand-) Apotheken.

Großhändler müssen Lieferungen begrenzen.

Widerliches Statement von DocMorris-Chef

Wirklich sehr geärgert hat mich der Ausspruch des DocMorris Chefs, Walter Oberhänsli. Der freute sich in einem Statement kurz vor dem Wochenende darüber, wie gut die Geschäfte bei DocMorris angesichts der Corona-Krise laufen. Kein Wort des Mitgefühls, kein Wort des Kümmerns. Echt widerlich. Während Ärzte, Pfleger und auch wir als Apotheker gerade alles menschenmögliche tun, um Menschen zu retten und ihnen zu helfen, reibt sich DocMorris einfach nur die Hände…

DocMorris: Profit vor Menschenleben

Wär schön, wenn solche Dinge den Menschen auch nach der Krise noch in Erinnerung bleiben. Und sie sich erinnern, auf wen sie sich verlassen können und auf wen eben nicht.

Morgen ist Sonntag. Da gibt es eine kleine Tagebuchpause. Am Montag geht’s dann weiter.

Von Maximilian Wilke

Hier schreibt Maximilian Wilke, Gründer von whatsin und Apotheker. Und zwar über Gesundheitsthemen, Allergien, Unverträglichkeiten, den Apothekenalltag, über große und kleine Aufreger, Schönes und nicht so Schönes und vieles weiteres mehr...

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