Kategorien
Allgemein

Corona-Logbuch eines Apothekers: 20.3.2020

Die Zahl der Kunden mit Einmalhandschuhen, Schals, und Tüchern vorm Gesicht steigt spürbar. Auch die Nachfrage nach Masken ist ungebrochen. Bestellbar ist aber weiterhin nichts. Und unseren eigenen Vorrat an FFP2-Atemschutz haben wir mittlerweile fast aufgebraucht. Allerdings nicht in Sorge vor einer Ansteckung mit Corona. Sondern als Arbeitsschutzmaßnahme in unserer Rezeptur. Für die Herstellung von Salben, Kapseln und Co. Wir bräuchten hier nun dringend Nachschub – vielleicht rufen wir bald mal die ehrlichen Hamster zum Spenden auf…

In einem Spätkauf in der Nähe wird übrigens einfacher OP-Mundschutz für 2,- Euro das Stück angeboten. Das nenne ich mal echten Wucher (vgl. Artikel vom 19.3.).

Die Stimmung trübt sich ein

Ich bin froh, dass es noch immer viele Menschen gibt, die Verständnis für verspätete Lieferungen oder einen Präparatewechsel auf eine andere Firma haben. Trotzdem merkt man, dass sich die Stimmung bei einigen Kunden eintrübt. Waren am Anfang der Woche noch viele mit Galgenhumor unterwegs, ist die Zündschnur nun schon spürbar kürzer. Als ersten Fall hatte ich heute eine meckrige Dame, die mich wegen ihrer Zuzahlungsbefreiung anblaffte. Das vermiest einem dann schon mal für ein paar Minuten die Stimmung. Zwei Kaffee und drei nette Kunden später war die Apothekerwelt dann aber wieder in Ordnung.

Inkulante Krankenkasse

Später hatte ich eine unschöne Auseinandersetzung mit einer Betriebskrankenkasse. Ein Kind brauchte dringend einen Inhalator. Ich also eine Vorlage für eine Eilgenehmigung ausgefüllt, bei der Krankenkasse angerufen und um Sofort-Freigabe gebeten. Leider vergebens: Eilgenehmigungen würden nur elektronisch angenommen. Die Faxvorlage hingegen erst am Montag. Keine Chance, kein Entgegenkommen. Großer Mist.

Bitte bleibt zuhause!

Morgen können wir dann alle unter Beweis stellen, dass wir die Krise ernst nehmen und auf Mutti Merkels Worte hören. Also auch von meiner Seite: Bitte, bitte bleibt alle soweit es geht zuhause! Sonst droht uns bald eine komplette Ausgangssperre. Ich gehe deshalb morgen mit gutem Beispiel voran und bleibe mit Frau und Kind in der Wohnung. Auch wenn’s schwer fällt.

Von Maximilian Wilke

Hier schreibt Maximilian Wilke, Gründer von whatsin und Apotheker. Und zwar über Gesundheitsthemen, Allergien, Unverträglichkeiten, den Apothekenalltag, über große und kleine Aufreger, Schönes und nicht so Schönes und vieles weiteres mehr...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.