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Corona-Logbuch eines Apothekers: 1.4.2020

Lachen ist ja bekanntlich die beste Medizin. Trotzdem war mir heute nicht nach Aprilscherzen zumute. Auch wenn ich die zahlreichen „Haben Sie noch Masken“-Fragen gerne das ein oder andere Mal für einen billigen Scherz genutzt hätte.

Ich sehe bei uns in der Apotheke mittlerweile viele Menschen mit Mundschutz. Meist ist das ein einfacher OP-Mundschutz (der lediglich andere vor einem selbst schützt), manchmal eine FFP2-Maske (die einen selbst vor anderen schützt). Nicht selten wird der Schutz aus Komfortgründen nicht über die Nase gezogen (bringt dann nix) oder beim Sprechen abgenommen (bringt dann auch nix). Immer häufiger sehe ich bei Kunden auch selbstgenähte Atemmasken. Ich habe deshalb mal ein wenig recherchiert und bin auf folgende Studie gestoßen, die die Wirkung eines selbstgemachten Schutzes untersucht hat:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24229526

Das Ergebnis: Ein selbstgemachter Mundschutz bietet lediglich Fremdschutz, verhindert also, dass man selbst die Infektion an Andere weitergibt. Und ein solcher Schutz hat nur ein Drittel des Effektes eines OP-Mundschutz. Am Ende ist aber selbst ein selbstgemachter Schutz offenbar besser als keiner.

Hurra, der Impfstoff, der ist da!

Wir haben uns die letzten Tage mal wieder mächtig ins Zeug gelegt. Diesmal für einen Kinderarzt. Thema: Pneumokokken-Imfpstoff, zur Immunisierung der Kleinen. Erst hieß es vom Großhandel, der Impfstoff sei nicht lieferbar. Doch, sagte der Hersteller – wir sollten bitte direkt beim Großhandel bestellen. Soweit waren wir ja schon. Also wieder zurück zum Großhandel und nochmal zum Hersteller. Knallhartes Impfstoff-Pingpong.

Heute dann die Erlösung: Der Impfstoff traf ein. So ganz genau wissen wir immer noch nicht, wer in der ganzen Diskussion jetzt Recht hatte. Aber egal! Morgen wird dann an die Praxis ausgeliefert. Und alle sind happy.

Schwer zu bekommen: Impfstoff gegen Streptococcus pneumoniae

Gruß eines Herstellers

Wir sind ja im Moment nicht nur Arzneimittelversorger, Gesundheitsaufklärer und Krisenkommunikatoren. Sondern auch Mutzusprecher, Tröster und Helfer in der Not. Insofern hat uns heute eine Grußkarte eines Herstellers besonders berührt. Darin spricht der Absender uns (ganz explizit die kaufmännischen Kollegen in der Apotheke, den PKA) einfach mal ein Lob aus. Das ging natürlich runter wie Öl. Das ist das Gute an Corona: An vielen Stellen menschelt es gerade sehr!

Kleiner Dankes-Gruß an unsere PKAs von einem Hersteller

Von Maximilian Wilke

Hier schreibt Maximilian Wilke, Gründer von whatsin und Apotheker. Und zwar über Gesundheitsthemen, Allergien, Unverträglichkeiten, den Apothekenalltag, über große und kleine Aufreger, Schönes und nicht so Schönes und vieles weiteres mehr...

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